Impromptu Networking

Ideale TN-Anzahl
8–99+ (< 4: nicht empfohlen)

Typische Dauer
12–15 Minuten

Warum?

Teile rasch Herausforderungen und Erwartungen und bilde neue Verbindungen, um

  • alle zu aktivieren und zu beteiligen,
  • direkt in die vorliegenden Herausforderungen und Fragen einzutauchen, 
  • zurückhaltende Menschen „aufzutauen“, 
  • die Gedanken der Beteiligten durch Wiederholung zu schärfen,
  • jeden Beitrag jedes Beteiligten wertzuschätzen. 

Was?

Mit Impromptu Networking bindest du Menschen vom ersten Moment an aktiv ein. Sie hilft dabei, rasch Verbindungen zu knüpfen und Erwartungen zu teilen.

Grober Ablauf

Die Fragen bleiben in allen drei Runden dieselben, sodass jeder Beteiligte seine initialen Gedanken verfeinern kann. Auch diejenigen, die sich sonst in Terminen und größeren Runden eher zurückhalten, werden einbezogen und können sich gleichberechtigt äußern. Hemmungen bauen sich von selbst ab. Durch die Wiederholung gewinnen die Beteiligten einen ersten Eindruck vom Stimmungsbild der Gruppe und schärfen ihre eigene Position.

Du aktivierst alle Teilnehmer direkt zu Beginn eines Termins und bringst sie unmittelbar in den Austausch. Du wirst merken, dass deine Meetings mit Impromptu Networking energiegeladener und fokussierter werden!

Wirkung und Effekte

Wann kannst du Impromptu Networking anwenden und was kannst du damit erreichen?

Zu Beginn eines typischen Meetings wird die Agenda verkündet und alle Teilnehmenden stellen sich und ihre Sicht der Dinge ermüdend reihum vor. Kaum einer merkt sich, was die anderen von sich erzählen. Und dann stürzen sich die Extrovertierten in die Diskussion. Nur scheinbar herrscht Klarheit über das vorliegende Thema oder die bestehende Herausforderung; die Teilnehmenden verschaffen sich häufig erst Klarheit darüber, während sie sprechen. Die Diskussion verläuft unfokussiert, einige kommen gar nicht zu Wort und niemand kann gezielt seine Gedanken sammeln.

Impromptu Networking wirkt dem entgegen und stimmt die Beteiligten lebendig auf ein Thema ein. In drei Runden beantworten sich die Beteiligten in Paaren zwei bis drei Fragen, z. B.: „Welche Herausforderung siehst du in unserer gemeinsamen Arbeit? Was ist deine Erwartung an diesen Termin?“

Kennen sich die Beteiligten nicht, dann erzeugt Impromptu Networking direkt neue Verbindungen. Mach der anfänglichen Verlegenheit auf Konferenzen und Workshops einen Strich durch die Rechnung und bring die Leute ins Gespräch!

Impromptu Networking in der Entscheidungsfindung
Bei Entscheidungsfindungen taumeln wir oft vage durch den Dschungel der Symptome auf der Suche nach den Ursachen. Mit Impromptu Networking bringen alle Beteiligten gemeinsam die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Herausforderung ans Licht. Fehlt diese Basis, wird die Lösungsfindung schwerfällig. Eine darauf folgende Entscheidung lindert möglicherweise nur Symptome, und die eigentliche Herausforderung wird nicht angegangen. Nur mit einem klaren Verständnis der Herausforderung ist das Team motiviert und in der Lage, zielgerichtete Lösungen zu entwickeln.

Wie?

Raum und Material

Optional: 🔔 Signal zum Ankündigen des nächsten Schritts
Optional: 🖍️ Stifte, Post-its, Flipchart zum Festhalten der Ergebnisse
Optional: Die Fragestellung auf einem Flipchart sichtbar machen

Einladung

💬 „Was ist aktuell deine größte Herausforderung in diesem Kontext? Was erhoffst du dir von diesem Treffen und dieser Gruppe? Was bist du bereit beizutragen?”
💡 Tipp: Lass die Teilnehmenden einander die Fragen stellen statt sich selbst zu beantworten.

Schritte und Durchführung

Schritt 1: Austausch im Paar

⏳ 12–15 Minuten (4–5 Minuten pro Runde)

Führe drei Gesprächsrunden zu den gleichen Fragen durch. Jede Runde dauert 4–5 Minuten. Die Gesprächspartner wechseln nach jeder Runde.



💡 Tipp: Bitte darum, sich für jede Runde aktiv einen neuen Partner zu suchen und sich die Zeit gleichberechtigt zu teilen.
🛑 Stolperfalle: Extrovertierte neigen dazu, die Redezeit zu dominieren – bitte um Ausgewogenheit.
🛑 Stolperfalle: Bei Verwunderung über die Wiederholung: Erläutere, dass sie zur Schärfung der Gedanken dient und Perspektivenvielfalt ermöglicht.

Tipps, Varianten und Fallen

  • 💡 Tipp: Du kannst die Fragen völlig frei wählen. Frage beispielsweise: „Was ist deine größte Sorge? Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn sie sich bewahrheitet?“ Oder: „Was ist deine Erfahrung mit Thema X? Welche Chancen siehst du hierbei?“
  • 💡 Tipp: Leite jeden Workshop oder Termin mit Impromptu Networking ein, um alle zu aktivieren und zu motivieren.
  • 💡 Tipp: Du kannst Impromptu Networking auch gut am Ende eines Workshops oder Meetings durchführen, beispielsweise um Gelerntes reflektieren zu lassen und die Resultate zu festigen: „Was hast du im heutigen Meeting gelernt? Was war für dich die größte Erkenntnis?“ oder: „Was haben wir heute besprochen? Was war für dich wichtig? Was ist zu kurz gekommen?“
  • Variante: Lass die Erkenntnisse zurück ins Plenum fließen. Bitte die Beteiligten zum Abschluss, bemerkenswerte Antworten mit der ganzen Gruppe zu teilen: „Was hast du gehört, das dich überrascht hat? Was war besonders bemerkenswert?“ Weise die Gruppe vorab auf diesen Ablauf hin. So können die Beteiligten selbst entscheiden, wie diskret sie in der Veröffentlichung der Informationen sein wollen und dies ihren Gesprächspartnern mitteilen. Halte diesen Abschnitt kurz und prägnant. +5 Minuten

Kombination mit anderen LS

  • Impromptu Networking kannst du mit den meisten Liberating Structures kombinieren. Zum Beispiel 1-2-4-All oder What? So What? Now What?

Beispiel

Beispiel: Erwartungen zu Beginn eines Workshops aussprechen lassen

Impromptu Networking in der Entscheidungsfindung
Bei einem Workshop zur Teamfindung wollte ich den Workshop-Teilnehmern zu Beginn ihre persönlichen Erwartungen und Themen für den Workshop identifizieren, aussprechen und schärfen lassen, die Gruppe aktivieren und gleichzeitig einen Einblick in die Erwartungen und offenen Themen anderer bieten.
Impromptu Networking – Die Fragen für die drei Runden lauteten: „Was sind deine persönlichen Erwartungen für diesen Workshop? Welche Themen sind dir für diesen Workshop zur Teamfindung wichtig?“
Die Gruppe war sofort bei der Sache und motiviert, gemeinsam in ihre Themen einzutauchen. Jeder Beteiligte konnte für sich klären, was ihm oder ihr wichtig ist, und die Themen im Verlauf des Workshops ergänzen und adressieren.

Ursprung und Inspiration

Diese Liberating Structure wurde von Henri Lipmanowicz und Keith McCandless entwickelt.

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