Kategorie: Liberating Structure

  • Die Geschichte von 4-2-1-Snap

    Die Geschichte von 4-2-1-Snap

    Immer mal wieder lese ich auf LinkedIn über 4-2-1-Snap. Jedes Mal freue ich mich darüber, mein Kind in der Wildnis zu sehen 😊

    Heute erzähle ich die Geschichte dahinter.

    4-2-1-Snap entstand ursprünglich aus einem Scherz in meiner Phase LS zu remixen und mit LS in Development zu experimentieren. Die allererste Version hieß 4-2-1-Boom.💥

    Ich fand damals die Idee faszinierend, aus der verbreiteten Annahme über gute Zusammenarbeit auszubrechen: Immer auf Konsens oder Konsent abzuzielen oder am Ende „ein Bild von der ganzen Gruppe zu bekommen“.

    Wie wäre es, wenn wir stattdessen gezielt den Raum für individuelle Schlussfolgerungen, persönliche Entscheidungen und konkrete Maßnahmen geben? Denn genau dort entsteht oft die größte Handlungsenergie.

    Beim LS Global Gathering 2019 wollte ich mit den rund 300 Teilnehmenden etwas Neues ausprobieren und 4-2-1-Snap war geboren.

    Der „Snap“-Schritt lief damals nicht ganz so rund, aber die Grundidee der LS schien zu funktionieren. Seitdem habe ich sie verfeinert.

    4-2-1-Snap basiert auf der Inferenzleiter – einem Modell, dass unsere Entscheidungsprozesse beschreibt. Von selektierten Fakten über Schlussfolgerungen hin zu Überzeugung und Entscheidung. WWW und genau genommen viele weitere LS (z.B. EP, DAD, CU, CC), hangeln sich ebenfalls entlang Inferenzleiter.

    So läuft 4-2-1-Snap ab:

    „4“ – 4 Minuten zu Viert:

    Was ist passiert? Was haben wir erlebt? Was ist uns aufgefallen?

    Ich erinnere dabei an den wichtigsten Satz des Improvisationstheaters: „Yes, and.“ im deutschen gerne in der Variante „Ja, genau! Und Außerdem …“.

    „2“ – 4 Minuten zu Zweit: Die Vierergruppen teilen sich in Zweiergruppen auf. Hier beginnt die individuelle Vertiefung. Was davon stach hervor? Was ist wirklich wichtig? Welche Muster erkennen wir? Welche Bedeutung hat das für uns, für mich?

    „1“ – Zum Schluss stehen alle für einen Moment allein, für den persönlichen Transfer. Was nehme ich mit? Und: Was werde ich konkret tun?

    „Snap“ – Ich bitte alle, die Augen zu schließen und sich die konkrete Situation vorzustellen, in der sie ihre Erkenntnis anwenden wollen. Vielleicht ist es ein Gespräch, das Schreiben einer E-Mail oder ein Telefonat. Vielleicht eine Entscheidung, die sie schon lange vor sich herschieben.

    Dann zählen wir gemeinsam herunter und ich mache es einmal vor:

    4 … 2 … 1 … Snap! Auf dem Snap schnalzen wir mit den Fingern.

    Dann schließe ich in etwa mit den Worten: „Das werdet ihr nie vergessen.“

    Es hat auch etwas schön Absurdes, wenn ein ganzer Raum gleichzeitig mit den Fingern schnippt. Der Snap ist für mich eine Art mentales Satzzeichen, das die Chance erhöht, dass sich die TN wirklich erinnern. 😊

    Am Ende eines Workshops flechte ich oft eine symbolische Verabschiedung nach dem 4 und 2 ein: „Winkt den anderen beiden zum Abschied. …“

    Mein Intensivworkshop endet stets damit. Falls du Lust hast es selbst zu erleben, Frühbucher bis zum 11.9.

    Wie sind deine Erfahrungen mit 4-2-1-Snap?

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