In meinen Kursen begegnen mir immer wieder Aussagen wie:
„Ich habe in einem anderen Seminar gelernt, dass 1-2-4-All für die Einigung bei der Entscheidungsfindung ist. Jetzt ist mir mit dir klargeworden, dass das nicht stimmt.“ Yes.
Wir sind bestimmt öfter inhaltlich nah beieinander als gedacht. Und 1-2-4-All hilft uns, das zu erkennen. Auch indem wir von dem üblichen „Ja, aber“-Modus einer Diskussion befreit werden. Dieser Modus bringt uns schnell in eine Gegensätzlichkeit, wo keine existiert.
Doch das Ziel von 1-2-4-All ist, Ideen, Fragen, Meinungen, Bedenken, Erwartungen aufzudecken – durchaus mit Divergenz und Diversität.
Auch sehr verbreitet: „1-2-4-All kann man immer einsetzen.“ Mit Verlaub: mitnichten.
1-2-4-All schränkt gezielt ein. Es lässt kaum Raum für Vertiefung. Auch weil es auf dem Prinzip der lokalen Interaktionen und der Co-Evolution aus komplexen Systemen basiert. D.h. es lädt absichtlich Redundanz und paralleles Lernen ein. Scheinbar auf Kosten der Effizienz. Ich kenne etliche Erzählungen, wo LS verbrannt wurde, weil es mit 1-2-4-All-Exzessen assoziiert wurde. (Auch ich, in meiner zu Beginn blinden und unbedachten Begeisterung für LS, habe gezündelt und gefeiert 🙈.)
1-2-4-All mag auf den ersten Blick offensichtlich erscheinen. Und ja, viele Menschen setzen es bereits gewinnbringend ein. Gleichzeitig zeigt meine Erfahrung: Gerade bei scheinbar einfachen Strukturen hilft fundierte Tiefe – und ein frischer Blick darauf, wofür sie gedacht sind und wofür bewusst nicht.
Im Grundlagenkurs und im Intensivworkshop sprechen wir über solche Feinheiten.



